Strassenendausbau der Stichstrasse

Die Stadt Dülmen hofft, dass die Anlieger der Sonnenblumenstrasse „sich zum Weihnachtsfest über den fertigen Endausbau  … freuen können“.

Nachdem nun die privaten Bautätigkeiten der Stichstrasse „Sonnenblumenstrasse“ im Baugebiet „Auf dem Bleck“ vollständig abgeschlossen sind, hat die Stadt Dülmen auch diesen Strassenabschnitt endausgebaut.

„Dieser sollte innerhalb einer Woche fertiggestellt sein.“ wurde den Bürgern mitgeteilt.
Also wurde am Montag den 30. November mit den Arbeiten begonnen.
Am Freitag vergangene Woche (13. Dez.) verabschiedete sich dann das Bauunternehmen und hatte das Teilstück fertiggestellt.
„Wetterbedingt war eine Einhaltung des Planes nicht möglich“ so die Stadt.

Das sollte aber nicht das Einzige gewesen sein, was den Anliegern völlig unverständlich an diesem Endausbau erscheinen sollte.

Bei eingen Grundstücken an diesem Teilstück wurde das, bis direkt an die Grundstücksgrenze (und darüber hinaus), verlegte Pflaster aufgenommen. Der Randstein wurde  gesetzt und alle Steine passend wieder zugeschnitten.
Die Flächen dieser Anlieger wurden durch die Stadt kostenfrei (da kein Auftrag von den Bauherren bestand und eine Anweisung eines Stadtmitarbeiters an die Baufirma erteilt wurde) durchgeführt.

An zwei weiteren Grundstücken hatten die Bauherren noch nicht vollständig gepflastet und warteten bereits auf die Fertigstellung der Strasse.

Bei den verbleibenden Grundstücken hingegen musste das Pflaster nicht aufgenommen werden, da die Grundstücksbesitzer sich an die Bitte der Stadt Dülmen gehalten hatten „auf eine Pflasterung im Abstand von 50cm – 1m bis zur Grenze von der öffentlichen Verkehrsfläche zu verzichten.“
Diese Angaben wurden, zusammen mit den Höhenplänen, im Februar 2007 schriftlich von der Stadt versendet.
Der Randstein wurde gesetzt. Die Fläche der Anwohner hingegen wurde im nachhinein nicht hergestellt.

Dieses trifft bei den Anlieger, auch derer dessen Flächen wiederhergestellt wurden, ein wiederholtes Mal auf völliges Unverständniss.

Um heraus zu finden warum hier eine Ungleichbehandlung der unterschiedlichen Parteien erfolgte wurde das Bauamt kontaktiert.

Nach dessen Aussage war bei den betroffenen Grundstücken „das Pflaster zu weit von der Grenze entfernt“ und die Anwohner „hätten die Arbeit des Zuschneidens der Steine noch nicht gehabt“.

Um nun „die Kosten, die die Bürger haben, möglichst gering zu halten“ konnte eine „Herstellung der Fläche nicht erfolgen“.
Zur abschliessenden Begründung hieß es: „Da eine gepflasterte Fläche bei den anderen Grundstücken bis zur Grenze bereits vorhanden war, musste diese aufgenommen und wiederhergestellt werden.“

In einem der beiden Fälle wurde dem Bauherren vorgeworfen er müsse das Pflaster sowieso noch einmal Großflächig aufnehmen, um den Höhenunterschied anzugleichen.
Die Wahrheit liegt vielleicht eher darin, dass der Endausbau der Strasse höher sein könnte als dieser zuvor geplant war.

Laut Stadt sind „Die Höhen exakt eingemessen und eingehalten worden. Die Stimmen immer! Bauherren könnten oftmals nur die Pläne nicht korrekt lesen.“ Sowas sei schon öfer vorgekommen teilte man mit.
Die Fläche wurde unter Mithilfe eines Renters hergestellt, der Jahrelang im Strassenbau gearbeitet hatte.
Einer der Anwohner berichtet außerdem, dass er zwei Pläne für die Endausbauhöhen habe. Jedoch sind diese auf den Plänen unterschiedlich angegeben.

Im zweiten Fall ging es nicht um die Höhenlage der Steine, sondern um deren Abstand.
Da dieses ein Eckgrundstück ist wurde der Abstand zu den beiden parallel laufenden Grenzen als zu groß angesehen. Es waren die von der Stadt erbetenen 50 cm!
Im Bereich des Bogens wurde bei der provisorischen Befestigung (ca. 2 ½ Jahre) darauf verzichtet einen Bogen auszubilden, da dieser ohne gesetzten Randstein weder kostengünstig noch exakt hergestellt werden kann. Außerdem wäre eine dauerhafte Befahrung der Fläche kaum möglich gewesen. Die nun über die Grundstrücksfläche zwangsläufig herausragende Fläche wurde von der Stadt aufgenommen, der Randstein gesetzt, aber die Steine nicht wiederhergestellt.
Zu Begründung hieß es, dass „die Steine noch nicht geschnitten waren und so eine Anpassung an den Bogen hätte erfolgen müssen. Wäre dieses voher bereits (an den nicht vorhanden Bogen) angepasst worden, hatte eine Wiederherstellung der Fläche erfolgen können.“
Aus zuvor genannten Gründen war dieses nicht möglich und hätte unnötigen Verschnitt und somit Kosten für beide Seiten produziert.

Ziehen wir also Résumé:

Bürger die sich an die Bitten der Stadt gehalten haben und unnötige Arbeiten und Kosten vermieden haben, müssen nun die Wiederherstellung der Flächen selbst durchführen.
Außerdem wird Ihnen zugemutet, dass eine weitere und endgültige Fertigstellung Ihrer Fläche notwendig ist. Wetterbedingt kann diese, in der Woche vor Weihnachten, wahrscheinlich zunächst nicht fertiggestellt werden.

Die Bürger die Ihr Pflaster bis zu Ihrer Grundstücksgrenze gezogen haben feuen sich zurecht über die korrekte Ausführung der Arbeiten und können direkt nach der Fertigstellung Ihren Hof und Garage wieder vollständig nutzen. Ein nicht unerheblicher Faktor, wenn bei der aktuellen Kälte die Autos außerhalb der Garagen einfrieren.

Die Stadt scheint den Sachverhalt aber verqueren zu wollen und „wird demnächst die Wiederherstellung der Pflasterung dem Bürger überlassen, damit eine einheitliche Gerechtigkeit herrscht.“
Dies würde wohl eher dazu führen, dass alle Anlieger Ihre Flächen bis zur Grenze durchpfastern und sowohl der Stadt als auch dem Bürger mehr Arbeit entstehen wird.
Man kann wohl kaum einem Grundstückseigentümer mehrer Jahre verbieten die Flächen nicht vollständig zu pflastern?! Außerdem wird die Stadt wahrscheinlich verpflichtet sein, eine von Ihnen aufgenommene Fläche auch wieder herzustellen.

Vielleicht sollte die Stadt an anderen Gemeinden orientieren „ z.B. in Haltern wird der letzte Meter immer kostenfrei angegelichen.“ so die bauausführende Firma. Das spart nicht nur der Stadt, sondern auch den Bürgern Geld und Aufwände.
Der Kreis Coesfeld z.B. stellt bei Kreisstrassen die Flächen auch wieder her und gleicht wenn nötig ggf. einen Höhenunterschied von 5 cm aus, indem mehrer Meter aufgenommen und angepasst werden. Ein durchaus löblicher und „kundenorientierter“ Service des Kreises.

Dann kann man nur hoffen, dass zumindest die Mitarbeiter des Bauamtes sich beim Weihnachtsfest über den fertigen Endausbau vor unserer Tür freuen können.