Baufahrzeuge stressen Anwohner im Dernekamp

Quelle: Dülmener Zeitung

Dülmen. Die Wellen der Empörung schlugen hoch am Montagnachmittag beim Ortstermin an der Rosenstraße im Dernekamp. Rund 30 Anwohner waren mit ihren Kindern gekommen, um mit Johannes Niemann von der Stadtverwaltung über die ihrer Meinung nach unhaltbaren verkehrlichen Zustände an der Rosenstraße zu debattieren. Auch Vertreter der Polizei sowie die Ratsherren Wolfgang Schreiber sen. (SPD) und Rolf Braun (CDU) waren dabei, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

Die Anwohner beklagen den umfangreichen Lkw-Verkehr, der durch ihre Straße zum Neubaugebiet Auf dem Bleck führt. Zudem seien die Lkw zu schnell in der Tempo-30-Zone unterwegs, sehen die Eltern eine massive Gefährdung ihrer zumeist kleinen Kinder.

Johannes Niemann verwies auf die Ergebnisse einer mehrtägigen Geschwindigkeitsmessung an der Einmündung Veilchenweg in Richtung Hiddingseler Straße. Danach waren die Fahrzeuge mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 31,7 km/h unterwegs. Ein guter Wert für eine Tempo-30-Zone bestätigte der Bezirksbeamte Werner Bolle.

Die Anwohner kritisierten das Ergebnis hingegen als wenig aussagekräftig, da der Standort für die Messung schlecht gewählt sei. Johannes Niemann bot den Anwohnern an, dass in den nächsten Tagen weitere Messungen durchgeführt werden, und zwar an einem Standort ihrer Wahl. Zudem sollen im Frühjahr auf der Rosenstraße und dem Nelkenweg Piktogramme aufgebracht werden, die darauf hinweisen, dass es sich um eine Tempo-30-Zone handelt.

Der größte Streitpunkt zwischen Anwohnern und Stadt ist eine Sperrung der Straße für den Durchgangsverkehr. Die Anwohner wünschen, dass die Rosenstraße mit Pollern oder einem Bauzaun gegen das Neubaugebiet Auf dem Bleck abgegrenzt werde und es keinen Verkehr mehr in das Neubaugebiet gebe. Das sei ihnen in früheren Gesprächen mit der Stadt versprochen worden, sagten sie und warfen der Stadt jetzt Betrug vor. Denn tatsächlich, so machte auch Johannes Niemann deutlich, könne die Straße erst mit Pollern abgebunden werden, wenn die Straße Auf dem Bleck ausgebaut sei. Nur das sei mit dem Bebauungsplan vereinbar. Auch Polizist Werner Bolle bestätigte, dass erst die Straße Auf dem Bleck ausgebaut werden müsse, bevor Poller aufgestellt werden könnten.

Niemann schlug stattdessen vor, die Rosenstraße und den Nelkenweg für Lkw ab 3,5 Tonnen zu sperren, vorausgesetzt es handele sich nicht um Anliegerverkehr. Die Schilder könnten in vier Wochen aufgestellt werden. Eine Lösung, die die Polizei für nicht praktikabel hält. Ein solches Verbot lasse sich nicht überwachen, warnte Bolle. Niemann zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Situation jetzt entspannt.

VON CLAUDIA MARCY